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5. Philharmonisches Konzert

Datum: So. 07.02. / Mo. 08.02.
Uhrzeit: 11:00 Uhr / 20:00 Uhr
Ort: Konzertsaal Kieler Schloss, Wall 74 in Kiel
Werke: Max Reger: Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin op. 128,
Cristóbal Halffter: Konzert für Viola und Orchester (Uraufführung),
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 8 F-Dur op. 93
Mitwirkende: Nils Mönkemeyer, Viola
Philharmonisches Orchester Kiel
Daniel Carlberg, Dirigent
Veranstalter: Theater Kiel
Musikfreunde Kiel
Preise: ab 14,80 € / ab 10,30 € ermäßigt für Studierende, Schüler

Beschreibung

Max Reger, dessen 100. Todestag wir 2016 gedenken, war laut Paul Hindemith "der letzte Riese in der Musik"; ein sehr gebildeter Riese, der mit verschiedensten Malern einen regen geistigen Austausch pflegte. In vier kontrastierenden Tondichtungen übertrug er Bilder des Basler Symbolisten Arnold Böcklin in Musik von entsprechend satter, gewichtiger Farbigkeit. Während sich im Geigenden Eremiten spätromantische Chromatik und kirchentonale Anklänge zu einem schwelgerischen Religioso vereinen, malt ein tänzelndes Scherzo das Spiel mythologischer Tritonen und Najaden. Dem ergreifenden Pathos der Toteninsel hingegen folgt ein derart wildes Bacchanal, dass ein zeitgenössischer Musiker argwöhnte, Vater Zeus sei hier mit seinen Göttern schon arg betrunken gewesen.  
Cristóbal Halffter, den das Kieler Publikum u.a. durch die Uraufführungen seiner Opern Lazarus und Schachnovelle oder auch dank seines mitreißenden Fandangos noch in bester Erinnerung haben dürfte, hat sein neuestes Werk, einen musikalischen Dank für den Kulturpreis der Stadt Kiel 2014, in Zusammenarbeit mit Nils Mönkemeyer entwickelt, "einem der international erfolgreichsten Bratschisten" (SZ), wobei dessen Geständnis, ihm läge alles besonders gut, was eine gewisse Energie in sich trägt, wohl das beste Mittel ist, die Vorfreude auf diese Uraufführung nochmals zu steigern.  
Von all seinen Sinfonien gilt Ludwig van Beethovens achte als die witzigste, ironischste. Zwar greift sie vordergründig auf ebenso bewährte wie antiquierte Traditionen zurück – so erweist sich etwa der zweite Satz als rokokohaft schäkerndes Allegretto anstelle eines tiefsinnigen Adagios, gefolgt von einem herkömmlichen Menuett anstelle eines diabolischen Scherzos –, doch der kompositorische Teufel versteckt sich eben in den Details. Sein Metier sind Normverstöße, Übertreibungen, falsche Akzentuierungen und Einsätze. Dass sich z.B. im Allegretto die Streichermelodie nicht ganz ins Raster der zweifellos richtig »tickenden« Holzbläser einpassen will, wurde als sinfonische Parodie auf das gerade neu erfundene Metronom interpretiert, und die rasend schnell wechselnden Gedanken im Finale empfand Louis Spohr, als ob einem jemand mitten im Gespräch die Zunge herausstreckte, doch das soll ja mitunter vorkommen bei genialen Leuten.     

Einführung in das Konzert von Konzertdramaturgin Eva Heußel am Sonntag um 10.15 Uhr bzw. am Montag um 19.15 Uhr
 

Karten:
www.theater-kiel.de
info[at]musikfreunde-kiel.de

Links:
Philharmonisches Orchester Kiel
Nils Mönkemeyer
Daniel Carlberg

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