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Klassisch beflügelt - Quintett-Lust

Datum: Sa. 01.10.
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: St. Ansgarkirche, Holtenauer Str. 91 in Kiel
Werke: Max Reger: Klavierquintett Nr. 2 c-Moll op. 64
Johannes Brahms: Klavierquintett f-Moll op. 34
Mitwirkende: Maximilian Lohse, Violine
Katharina Hoffmann, Violine
Marie Yamanaka, Viola
Paul Füssinger, Violoncello
Gerhard Oppitz, KlavierVeranstalter:
Preise: ab 12 € / ab 9 € ermäßigt / ab 5 € für Schül./Studirende

Beschreibung

Einen fanatischen Arbeitskoloß hat sich Max Reger selber genannt. Gerade im c-Moll-Klavierquintett op. 64 kann man das auch hören. Auf geradezu besessene Art und Weise wird hier auf Brahms Bezug genommen, dessen kunstvolle Kammermusik-Attitüde noch einmal steigernd überhöht. Wie Reger hier seine melodische Kontrapunktik stürmisch auftürmt, die quasi sinfonische Musik zugleich kühn und schön harmonisiert wird, tobendes Fortissimo auf verlöschendes Zurücksinken (Matthias Walz) folgt, hat die Zuhörer 1902, zu Beginn von Regers Münchner Jahren, gleich heftig überfordert. Allgemeinstes Entsetzen registrierte der kaum Dreißigjährige amüsiert nach der Uraufführung. Tatsächlich ist es nicht leicht, das Verschlungene beim Hören zu entschlüsseln. Wem das gelingt, ist aber überwältigt.

Johannes Brahms’ Klavierquintett f-Moll op. 34 darf man getrost als das Flaggschiff der gesamten Kammermusikflotte in Kombination von Streichern und Tasteninstrument bezeichnen. Wie sich da die Klänge mitreißend gegenseitig bis ins Vorsinfonische verstärken, aber auch nachdenkliche, tiefgängige Töne eingestreut sind, ist grandios. Joachim Kaiser schwärmt nicht umsonst von Vibrationen in pointierter Strenge, tragischem Glanz und faszinierendem, rauschhaft rhythmischem Feuer: Dann nimmt dieses Meisterwerk des jungen Brahms ganz nebenher alle Barbaro-Kühnheiten Bartóks, alle Ekstasen Prokofieffs vorweg, nur eben ohne Banalität. Im Austausch mit dem berühmten Geiger Joseph Joachim und der Pianistin Clara Schumann hat der gerade dreißigjährige Brahms lange um die endgültige Fassung gerungen. Zunächst entstand eine reine Streicherfassung für Quintett, dann eine Sonate für zwei Klaviere daraus. Die endgültige Werkgestalt wurde im Juni 1866 am berühmten Leipziger Konservatorium uraufgeführt.

Karten:
www.theater-kiel.de
info[at]musikfreunde-kiel.de

Links:
Gerhard Oppitz
Maximilian Lohse
Katharina Hoffmann
Paul Füssinger