Biografie

Biografie Max Reger

Kindheit und Jugend

Am 19. März 1873 wurde Johann Baptist Joseph Max Reger im oberpfälzischen Brand geboren. Bereits ein Jahr später zog die Familie Reger nach Weiden, da der Vater Joseph Reger als Volksschullehrer auf die dortige Präparandenschule versetzt wurde. Max Regers Mutter Katharina Philomena lehrte ihn erste Grundtechniken des Klavierspiels, bevor er ab 1884 Klavierunterricht und später auch Orgelunterricht bei Adalbert Lindner bekam.

Nach Abschluss der Realschule begann Reger mit der Grundschullehrerausbildung an der Präparandenschule in Weiden. Zusätzlich war er als Aushilfsorganist in der Stadtkirche tätig. In der Zeit um 1888 wandte sich Reger immer mehr der Musik zu. Nach ersten Kompositionen und einem Besuch bei der Aufführung von Richard Wagners Parsifal in Bayreuth entschloss sich Reger, Musiker zu werden. Um diesen Plan zu verwirklichen, schickte er eine längere Ouvertüre in h-Moll an Hugo Riemann. Dieser kritisierte die Komposition, lehnte sie jedoch nicht vollständig ab. Als Antwort übersandte Riemann Lehrbücher zur Kompositionstechnik. Die Korrespondenz zwischen Reger und Riemann fand heimlich statt, da Joseph Reger gegen den neuen Berufswunsch seines Sohnes war.

Studium

Gegen den Willen des Vaters entschied sich Reger 1890 für ein Studium der Fächer Kontrapunkt und Orgel bei Hugo Riemann am Konservatorium in Sonderhausen im heutigen Thüringen. Im September desselben Jahres trat Riemann eine Stelle am Konservatorium in Wiesbaden an. Reger folgte ihm dorthin und setzte sein Studium, nun in den Fächern Klavierspiel und Theorie, fort. Noch während des Studiums kam 1892 durch Riemanns Hilfe ein siebenjähriger Vertrag zwischen Reger und dem Londoner Musikverleger George Augener zustande.

Weiden und München

Zwei Jahre nach dem Abschluss seines Studiums übernahm Reger 1895 Riemanns Tätigkeit am Wiesbadener Konservatorium. Ein Jahr später trat er den Militärdienst als „Einjährig Freiwilliger“ an. Nach Beendigung der Militärzeit kehrte Reger zu seiner Familie nach Weiden zurück. Dort konnte er sich von seiner, durch übermäßigen Alkoholkonsum und Depressionen geprägten Krise erholen. Auf dem Weg der Besserung konnte Reger sich vermehrt auf das Komponieren konzentrieren und eine lange Schaffensphase folgte. Währenddessen stieg das öffentliche Interesse an seiner Musik, sodass er 1901 nach München zog. In diesem kulturellen Zentrum wollte er seine Kompositionen einem größeren Publikum bekannt machen und künstlerische Kontakte knüpfen. Allerdings blieb der erhoffte große Erfolg letztendlich aus.

1902 heiratete Max Reger Elsa von Bercken, geborene von Bagenski. Die katholische Familie Reger war jedoch nicht mit der Heirat zwischen Max Reger und einer geschiedenen Protestantin einverstanden. So führte die Vermählung zu Zerwürfnissen zwischen Reger und seiner Familie. Unabhängig von den familiären Problemen gelang es Reger, einen Vertrag auf Lebenszeit mit dem Verlag Lauterbach & Kuhn abzuschließen. Neben den dort erschienenen Partituren, veröffentlichte Reger in einem weiteren Verlag sein erstes Lehrbuch Beiträge zur Modulationslehre.

Mit der Lehrtätigkeit an der Akademie der Tonkunst trat er als Dozent für Kontrapunkt, Orgel und Komposition 1905 seine letzte Stelle in München an. In seiner gesamten Münchner Zeit intensivierte Reger stetig seine Konzerttätigkeit.

Leipzig

1907 folgte er dem Ruf als Universitätsmusikdirektor (UMD) nach Leipzig und verließ München. In diesem Jahr nahmen Reger und seine Frau ihr Adoptivkind Christa auf. Ein Jahr später kam durch die Adoption von Lotti ein weiteres Mitglied zur Familie. Aus gesundheitlichen Gründen legte Reger 1908 sein Amt als UMD ab. Konzertreisen unternahm er allerdings weiterhin. So besuchte Reger in der Zeit von 1908 bis 1916 unter anderem fünf Mal die Fördestadt Kiel. Er konzertierte im großen Saal des Wriedtschen Etablissements, das sich damals im Sophienblatt 50, an der Ecke der Harmsstraße, befand.

Die letzten Jahre

Ab 1911 leitete Reger die Meininger Hofkapelle. Zwei Jahre später wurde er zusätzlich Generalmusikdirektor von Meiningen. Regers Gesundheitszustand verschlechterte sich in dieser Zeit zunehmend, sodass er zur Kur in ein Sanatorium im italienischen Meran-Gratsch fuhr.

Erholt von der Krise zog Reger 1915 nach Jena. Dort kam es zu einer weiteren intensiven Schaffensphase. Am 10. Mai 1916 brach Reger während des Unterrichts am Leipziger Konservatorium zusammen, woraufhin ein Arzt ihm Bettruhe empfahl. In der Nacht auf den 11. Mai 1916 verstarb Max Reger in einem Leipziger Hotelzimmer an Herzversagen.

 

Mareike Jordt, Erko Petersen und Yvonne Schink

Studierende des Musikwissenschaftlichen Instituts der CAU zu Kiel

 

Biografische Angaben nach:

Cadenbach, Rainer: Max Reger und seine Zeit, Laaber (Laaber) 1991.

Popp, Susanne: Art. Reger, Max, in: MGG², Personenteil Bd. 13 (2005), Sp. 1402-1433.

 

Alle Bildnachweise: Siehe in der Bildergalerie unten.

 

Bildergalerie Max Reger